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Liebe Freunde,

die erste Buchsprechung ist auf: www.aus-erlesen.de auf der Luxemburger Seite erschienen. Sehr positiv, aber lest selbst.

Viele Grüße

Maximilian

 

Ganz Casablanca trifft sich bei Rick. Die ganze Welt trifft sich in der „Bar Luxembourg“. In der besten Bar der Stadt kommen die Erfolgreichen, die Gestrandeten und die Glücksritter zusammen. Sie frönen dem Ritual des Vergessens. Hier sind sie wer. Jemand anderer oder ganz sie selbst. Hier zählen weder Stellung noch Ansehen.
Barkeeper Christophe Leconte kennt die Bedürfnisse seiner Kundschaft. Er mixt ihnen ihre Lieblingsdrinks oder einen Cocktail nach Maß. Denn Christophe ist mehr als nur ein Getränkenachschenker. Philosophie hat er einmal studiert, in Paris. Doch dann kam das verlockende Angebot in einer Bar anzufangen. Nach seinen „Lehrjahren“ zog es ihn in die Fremde. Buenos Aires sollte sein Leben beeinflussen. Hier traf er Pavel. Einen Tschechen, der sich immer Hals über Kopf und mit vollem Einsatz und bestechender Regelmäßigkeit in die falschen (verheirateten) Frauen verliebte. Zusammen gingen sie nach Luxemburg. Gestrandet sind sie weiß Gott nicht. Der Eine ist die gute Seele des Lokals, der Andere spielt dazu den passenden Klangteppich.
Davon ganz angetan ist auch Reto Klein. Schüchtern, etwas schreckhaft und ganz in sich gekehrt, besucht er zum ersten Mal die dunklen Gewölbe der „Bar Luxembourg“- Als Finanzgenie ersten Ranges wurde er bis vor kurzem von seinen Chefs in der Schweiz geachtet und in den Himmel gehoben. Sie ließen ihm sogar manche Frotzelei durchgehen. Bis, ja bis seine Berechnungen für Investitionen einmal danebengingen. Und zwar gehörig am vorausberechneten Ziel vorbeischossen. Innerhalb kürzester Zeit beliefen sich die Verluste im dreistelligen Millionenbereich. Klein zog es vor sich nicht seinen Chefs und den Behörden zu stellen…
Georg Jorda ist ungefähr im gleichen Alter wie Reto Klein. Der Österreicher ist als Repräsentant eines angesehenen Mailänder Modehauses auf dem absteigenden Ast. Die jüngeren Kollegen verspotten ihn ab und zu. Und doch beweist er sich – denn ansonsten interessiert sich anscheinend niemand für ihn – noch einmal, dass er es drauf hat. Nicole Lorenz aus Deutschland ist sein nächstes – und williges – Opfer. Die schlanke Schönheit lässt sich gern von Herren einladen. Zuletzt hat es ihr ein Appartement in München inklusive einer üppigen monetären Zulage eingebracht. Die Gegenleistungen zu erbringen fielen ihr aber immer schwerer.
In einer dunklen Ecke stecken ein Journalist und ein Richter aus Sizilien, der am Europäischen Gerichtshof arbeitet, angestrengt die Köpfe zusammen. Was zuerst nach einer harmlosen Unterhaltung aussieht, um die der Richter gebeten hat, entpuppt sich bald als ein perfider Erpressungsversuch.
„Bar Luxembourg“ spiegelt die ganze Herrlichkeit und Verkommenheit der europäischen Metropole wider. Ein zentraler Platz für allerlei Geschäfte und Träumereien. Da stört es nicht, dass ein Rockmusiker sich hier aller Sorgen entledigen will. Niemandem fällt auf, dass die Bar mehr ist als nur eine elegante Trinkhalle. Die „Bar Luxembourg“ ist der Schmelztiegel Europas. Mit all seinen Schattenseiten.

 

 

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