Männerunterwegs

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Wenn man sich drei Minuten Zeit nimmt, die Augen schließt,  sich zurücklehnt und dann vorstellt, was man von einem Trip mit einem Freund erwartet, hat jeder, zumindest theoretisch, klare Vorstellungen.

Gute Gespräche, Alkohol, Zigaretten, sofern man sich dieses Laster noch nicht abgewöhnt hat, Zigaretten meine ich, Alkohol ist temporär kein Laster, eher eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Nun fehlt nur noch ein Ziel, wobei das Ziel keine primäre Rolle spielt, eher der Weg dorthin.

Nun übersetzt man das theoretische Gedankenspiel in eine praktische Realität und folgende Geschichte entsteht, natürlich verkürzt, auf ein paar Zeilen.

Freitag, halb zehn, Trier Hauptbahnhof, das Transportmittel steht bereit, ein silberner 5er BMW, Baujahr 1998, zweihundertfünfzigtausend Kilometer und mit Sicherheit eines der letzten geschlossenen Fortbewegungsmittel, in denen noch gequalmt wird.

Ziel Cuxhaven.

Der Silberne fährt los, fährt alleine, weil Männer quatschen ebenfalls und verfahren sich dabei. Plötzlich ist man im hässlichsten Ort der Welt, irgendwo in Belgien. Was solls, die Belgier haben gute Fritten, außerdem ist sowieso Zeit für eine Pause. Dann geht es weiter, Bierdosen öffnen sich wie von selbst und Ketten von Zigaretten glimmen. Im Ruhrgebiet ist Stau, egal, thematisch ist man sowieso gerade woanders, bei den alten Unifeten. Schließlich, Ankunft in Cuxhaven, viel zu spät, aber der neugierig, freundliche Besitzer der Villa Caldera, ein Hotel mit ausschweifender Geschichte, läßt sich nichts anmerken. Sowieso scheinen alle freundlich zu sein im Norden. Kurzer Spurt im Dunkeln auf den Deich, die nachtblaue, unendliche Nordsee vor Augen, es ist eisig kalt.

Ein Ereignis jagt das andere, eine südschleswigholsteinische Rockband, tanzende Siebzigjährige, das beste Fischbrötchen aller Zeiten, die Elbüberfahrt mit Fähre und natürlich mit Korn, ein ohnehin stetiger Begleiter im Norden, anschließend Lübeck, die Stadt in der jeder einen eigenen Kontor zu besitzen scheint und so weiter und so weiter.

Im Alltag zurück bleibt ist die Erkenntnis, das die Realität eines Männerausfluges besser ist, als seine theoretische Vorstellung und das die Freiheit in jenen Köpfen wohnt, in denen der Weg das Ziel bleibt.

Viele Grüsse

Maximilian

 

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